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Stangenwaffen / Speere und Lanzen

Oben: Zwei Speere aus meiner Werkstatt, gefertigt Anfang 2004. Die große, stählerne Spitze mit dem schwarz
gebeitzten Schaft und der Runeninschrift in der Klinge ist eine Sonderanfertigung nach Kundenwunsch.
Den Bronzespeer habe ich als Experiment im Sandgußverfahren hergestellt.
Die Tülle wird dabei mit Hilfe eines "Kernes" geformt, welcher nach dem Guß entfernt wird.
Dieser Speer ist hier mit einen normalen, geölten Eschenholzschaft versehen.

Lanzenschuh zu der Speerspitze oben. |

Die starke Mittelrippe des Bronzespeers gibt der Spitze Stabilität beim Stoß |
Der Speer, genauer gesagt ganz allgemein die Stangenwaffen haben seit jeher das Schlachtfeld beherrscht.
Entsprechend vielfältig sind die Formen.
Speer und Lanze waren gefürchtete Waffen und oft ebenso aufwändig ausgeführt, wie das Schwert. Letzteres kam meist erst zum
Einsatz, wenn die Lanze gebrochen oder zerschlagen war.
Vermutlich war auch für die Fertigung dieser Klingen ein spezialisierter Schmiedehandwerker zuständig. Die hohe handwerkliche Präzision
der Fundstücke aus mehreren Jahrhunderten lässt sich anders kaum erklären.
Oben: Aufwändige Spitze mit besonderem, abgesetzten Querschnitt, verziertem Blatt und langer, leicht verzierter Tülle.
Allamannisch. Fund aus Großsachsenheim.
Mit freundlicher Genehmigung des "Württembergischen Landesmuseum Stuttgart"
In Anlehnung an diese alte Kunst fertigen wir Speer- oder Lanzenspitzen nach individuellen Vorgaben aus gehärtetem
Federstahl.
Die Spitzen werden aus einem Stück geschmiedet und von uns nur mit Hilfe des Schmiedefeuers und eines Ölbades
gehärtet und angelassen. Auf diese Weise erhalten wir höchst elastische, "wurftaugliche" und bei
Bedarf auch äußerst scharfe Klingen, die in ihrer Leistung den Vergleich mit ihren mittelalterlichen
Vorbildern nicht zu scheuen brauchen.
Einige der möglichen Spitzenformen
(Altere Modelle aus meiner Werkstatt).
Einige davon sind noch als Sonderangebot zu haben
Die Tüllen der Spitzen werden von uns üblicherweise nicht verschweißt, so das eine leichte Überlappung sichtbar bleibt.
Dies ist vor allem materialbedingt: Der von uns verwendete Federstahl lässt sich elektrisch nur sehr schlecht und im
Feuer fast gar nicht schweißen. Wen diese Überlappung stört, kann aber dennoch eine elektrisch verschweißte Tülle bekommen.
Bei Spitzen aus Schweißverbundwerkstoffen wie Damaszener- oder Raffinierstahl verschweißen wir die
Tülle natürlich mit Hilfe des Schmiedefeuers.
Damit die Spitzen auch einen guten und haltbaren Schaft erhalten, bieten wir an, einen Solchen extra nach Maß aus
Eschenholz anfertigen zu lassen. Dabei sind prinzipiell die unterschiedlichsten Durchmesser und auch konische
oder z.B. achtkantige Schäfte machbar.
Um die Sache zu komplettieren, fertigen wir auch das Gegenstück zur Spitze, den sogenannten "Lanzenschuh", der das
Schaftende schützt und ebenfalls als Waffe eingesetzt werden kann. Auch dieses Stück wird geschmiedet und anschließend
elektrisch verschweißt.
Wichtig:
Die Gefährlichkeit dieser Waffe wird oft unterschätzt. Eine scharfe Speerspitze auf ihrem 2 m langen Schaft
ist im Grunde nichts anderes, als ein ebensolanges Schwert. Es passiert sehr leicht, das man damit irgendwo "hängenbleibt".
Mit einer scharfen Spitze kann das fatale Folgen für Umwelt und Mitmenschen haben. Aus diesem Grunde raten wir dringend
davon ab, scharfe Spitzen etwa auf Märkten oder ähnlichen Veranstaltungen
ungeschützt mit sich zu führen und fertigen diese nur nach einem persönlichen Gespräch mit dem jeweiligen Kunden.
Ansonsten lassen wir etwa einen mm "Schlagkante" stehen. Schon eine solche,
stumpfe Spitze dringt bei einem Wurf übrigens ohne weiteres bis zu 15 cm tief in einen Baum ein
(wir bedanken uns bei der Buche für die Mithilfe bei diesem bereits mehrere Jahre
zurückliegenden Experiment und entschuldigen uns nachträglich dafür!).
Spitze aus Federstahl o.ä.: ab 400.- EUR.
Spitze aus Bronze: 210.- EUR
Spitze aus Raffinierstahl / Damaszenerstahl: Auf Anfrage.
Einfacher Schaft aus Esche, Durchmesser 25 mm: 20.- EUR.
Handgearbeiteter Eschenholzschaft nach Wunsch: Ab 60.- EUR.
Lanzenschuh, geschmiedet: ab 50.- EUR
Zur Beachtung bei Postversand:
Schäfte sind leider "Sperrgut" und deshalb im Versand sehr teuer. Es empfielt sich daher,
die Spitze entweder selbst zu schäften, oder den fertigen Speer bei uns abzuholen. Die schäfte teilbar zu fertigen, ist eine "Spinnerei"
aus Hollywood und aus handwerklicher sowie aus kampftechnischer Sicht nicht sinnvoll.
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