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Der wichtigste Link zum Verständnis unserer Philosophie:

Die Arbeiten von Dr. Stefan Mäder

Hier nur Auszugsweise.




Mein Kollege und Schwertkampflehrer Wolfgang Abart beim Vermessen der Gürtelgarnitur aus Niederstotzingen, Grab 1. (Bild rechts)


Etwa seit 2001 arbeiten wir recht eng mit einigen Archäologen und Museen zusammen. Diese zunächst eher zufällige und aus persönlichem Interesse entstandene Zusammenarbeit hat inzwischen zu vielen neuen Erkenntnissen zum Thema Schwert und sogar zu neuen Forschungsansätzen geführt, die für die Archäologie, die rekonstruktion alter Schwertkampftechniken und die Schmiedekunst gleichermaßen aufschlußreich sein dürften.

Aus diesem Grunde veranstalten wir auch einmal Jährlich unser "Schwerttreffen" im "Württembergischen Landesmuseum Stuttgart". Damit wird ein Forum zum interdisziplinären Austausch zwischen den unterschiedlichen "Schwertbegeisterten" geschaffen und neueste Forschungsergebnisse werden vorgestellt. (näheres dazu unter Termine

Es ist zwar kaum möglich, alle neueren Erkenntnisse hier in knapper und verständlicher Form darzulegen, es sollen aber im Folgenden einige der Wichtigsten und spannendsten Forschungsergebnisse dargelegt werden.

Wer Fragen darüber hinaus hat oder gerne Texte oder Bilder von dieser Seite verwenden möchte, melde sich bitte bei uns.

Metallurgische Untersuchungen an der Spatha aus Fridingen, Grab 267
7. Jahrhundert n.Chr.

Der Griff


Detailansicht der Klingendamaszierung


Der Knauf (Seitenansicht)


Maße:

Gesamtlänge: 88cm
Klingenlänge: 75 cm
Klingenbreite: 58 mm
Grifflänge: 10 cm
Klingenstärke (stärkste Stelle): 4mm
Gesamtgewicht: 873g

Schwerpunkt 21,5 cm vor der Parierstange.



Das erste von uns selbst metallographisch untersuchte Schwert stammt aus der Sammlung des "Württembergischen Landesmuseum Stuttgart".

Wir waren vor allem daran interessiert, wie die Qualität solcher Frühen Klingen, vor allem hinsichtlich Härte und Material einzuschätzen ist.

Wir wählten deshalb ein relativ gut erhaltenes und aufwändig damasziertes Schwert mit einfacher Griffgestaltung aus.

Zunächst wurden drei Bereiche der Klinge und ein Bereich der Parierstange vollständig von Rost und Schmutz befreit und von Hand mit Schmirgelpapier und Diamantschleifpasten sorgfältig poliert, die Grundvoraussetztung für genaue metallographische und metallurgische Meßergebnisse.

Härte:

Bei Härteprüfungen nach dem Vickersverfahren (HV 1) an den vier freigelegten und geläppten Klingenpartien, waren lediglich Härtewerte von umgerechnet durchschnittlich 20 HRC (Härtegrade nach Rockwell, entspricht in etwa einer Zugfestigkeit von 750 N/mm2) festzustellen.

Es wurden dabei beide Materialien im damaszierten Kern sowie die Schneiden gemessen.

Insgesamt wurden etwa 20 Messungen vorgenommen.

Für die Verwendung eines Schwertes im Kampf ist das um ein Vielfaches zu weich!

Zunächst nahmen wir an, daß gehärtete Stähle über eine gewisse Zeitspanne ihre ursprünglich hohe Härte, die wir auf Grund der diversen schriftlichen und auch bildlichen Quellen als gegeben annahmen, wieder verlieren.

Diese These konnten wir jedoch nicht lange aufrecht erhalten. Zwar ist es richtig, das bestimmte Elemente, die bereits bei der Stahlverhüttung in das material gelangen können (namentlich Stickstoff und Wasserstoff), die sog. "Alterungsprozesse" im Material beschleunigen können. Da aber auch einige Funde existieren, die nach etwa 1.500 Jahren noch immer Härtewerte um 60 HRC aufweisen, ist dies wohl eher eine Seltene Ausnahme.

Wie erklärt sich also die geringe Härte, die ja häufig auch bei älteren Untersuchungen von diversen Archäologen an verschiedenen Klingen gemessen wurden?

Nach weiterer Recherche konnten folgende Möglichkeiten in Betracht gezogen werden:

- Bewußtes Zerstören der Härte beim Grabritual (Feuer).

- Beeinträchtigung der Härte durch einen Museumsbrand

- Beeinträchtigung der Härte durch unsachgemäße Restauration (es war teilweise üblich, "Eisenfunde" kräftig zu glühen, um den Rost besser abzubekommen!)

Von besonderer Bedeutung ist für uns der erste Punkt, die Bewußte Zerstörung der Klinge Beim Grabritus. Inzwischen ist Dr. Stefan Mäder über eine entsprechende Bildquelle ("Stuttgarter Psalter") aus dem 10. Jhdt. "gestolpert", auf der tatsächlich zu sehen ist, wie ein Schwert in ein Feuer gehalten wird, in welchem auch bereits ein Schild und eine Lanze verbrennen:



Grabriten im 10. Jhdt. "Entseelen" bzw. Zerstören der Ausrüstung des Verstorbenen.





Um ein Verbrennen der Griffteile zu verhindern, scheint ein stück Stoff um den Griffbereich gewickelt zu sein, welches sicherlich zusätzlich noch befeuchtet war.



Es scheint uns an dieser Stelle noch erwähnenswert, das dies auch ein deutlicher Hinweis auf vorhandenes Wissen um unterschiedliche Wärmebehandlungsverfahren ist, was in leider noch immer häufig schwer umstritten ist.


Spektralanalyse:


Die nicht sehr aufschlußreiche Härteprüfung machte also weitere Untersuchungen notwendig.
Basierend auf den Untersuchungen am "Zeremonialschwert der Essener Domschatzkammer" von Alfred Pothmann wurde hier das zerstörungsarme Spektralanalyseverfahren zur quantitativen Ermittlung der elementaren Bestandteile des Klingenstahles als sinnvoll erachtet. Leider können dabei lediglich "Durchschnittswerte" im Bereich der Damaszierung ermittelt werden, da aus technischen Gründen (Lichtbogen) immer eine Fläche von mindestens etwa 4 mm Durchmesser gemessen wird. Diese Fläche erfasst also sowohl mehrere Schichten des (optisch gut erkennbaren) Damastes, als auch des mikroskopisch nachweisbaren Raffinierstahles der Schneiden.

Um so erstaunlicher die gemessenen Werte:

Im Hohlkehlenbereich (Damast) konnten an zwei etwa 30 cm auseinander liegenden Stellen über 2% Kohlenstoff gemessen werden!

Trotz dieser, an Gußeisen erinnernden Anteilen, ist mikroskopisch jedoch ein homogenes Gefüge ohne C-Anreicherungen (wie etwa bei Guß) nachweisbar.
Im damaszierten Bereich finden sich in einer der zwei unterschiedlichen Lagen außerdem Kristallgefüge, die an die eines modernen, geglühten (wohl hervorgerufen durch tatsächliches Glühen beim Grabritus) Stahles erinnern. Die andere Lage weist eine Struktur ähnlich der des Schweißeisens (Raffinierstahl) der Schneiden auf.

Leider müssen wir aber davon ausgehen, das diese Meßergebnisse eine hohe Fehlerquote, vor allem hervorgerufen durch Verunreinigungen am (Rost) und im Stahl (Einschlüsse) aufweisen.

Ebenso erstaunlich, dabei aber weit zuverlässiger sind die dagegen sehr geringen Konzentrationen der eher unerwünschten Stahlbegleiter Phosphor und Schwefel.

Beide Elemente beeinflussen den Stahl in Schweißeignung, Schmiedbarkeit, Härtbarkeit und nicht zuletzt Bruchsicherheit stark negativ.

Mit im Mittel nur 0,003% Phosphor und 0,002% Schwefel kann sich das Material dieses Schwertes aber mit den modernsten Hochleistungsstählen messen, die oft sogar noch weit höhere Werte aufweisen (um 0,3 %, was noch immer sehr wenig ist).

Auch bei einigen anderen Schwertern, wie auch dem bereits erwähnten Schwert der Essener Domschatzkammer, fallen derart geringe Phosphor- und Schwefelanteile auf.

In den Augen des Praktikers lässt dies ohne weiteres Rückschlüsse auf die Fertigkeiten und Kenntnisse der Schmiede und Stahlerzeuger zu.
Um derart reines Material zu erhalten, müssen Dinge wie "Feuerführung", Verwendung von Hilfsstoffen, Auswahl von Kohle und Erz sowie die einzelnen Schmiedetechniken zur Perfektion beherrscht werden.

Wie es, chemisch betrachtet, zu derart hoher Reinheit kommen kann, ist recht einfach: Zum einen enthält die nachweislich für das Verhütten und Schmieden verwendete Holzkohle nur vergleichsweise geringe Mengen dieser störenden Elemente, zum Anderen verbrennen diese beim Schmieden im offenen Feuer an der Oberfläche des Materials. Je häufiger ein Schmied sein Material also "Faltet", desto größer ist die mit dem Feuer und dem Luftsauerstoff in Verbindung gekommene Oberfläche und um so geringer der Gehalt an Phosphor und Schwefel...


Raffinierstahl:


Schnitt durch einen Rennofen

(Rekonstruktion)

Angeschliffener, im Rennofen erzeugter
"Eisenschwamm"
(FH - Aalen)

Schliffbild des Eisenschwammes
unter dem Mikroskop
(FH - Aalen)



Dieser Stahlwerkstoff ist eine frühe Form des heutigen, industriell hergestellten Stahles mit genau definierten Eigenschaften.

Im Gegensatz zum sogenannten "Damaszener Stahl" wird dieser Werkstoff nicht aus Gründen der Materialersparnis und Verzierung gefaltet und feuergeschweißt.
Vielmehr geht es hierbei darum, das Rohmaterial Renneisen zu homogenisieren und den Kohlenstoffgehalt einzustellen, der im Renneisen stark schwanken kann, für eine "punktgenaue" Härtung aber eine sehr große Rolle spielt.


Eine nicht damaszierte Sax (vergrößerte Detailansicht der Spitze, Fundort unbekannt)
aus zwei verschiedenen Sorten Raffinierstahl.
Gut zu erkennen ist hier die angesetzte Schneide.

(Mit freundlicher Genehmigung des Landesmuseum Stuttgart)


Das aus dem "Rennofen" stammende Rohmaterial ist in seiner Zusammensetzung sehr inhomogen, und damit zur Herstellung von Klingen kaum zu gebrauchen. Tatsächlich würde dieses Material, mit seinen Schlackeneinschlüssen und Verunreinigungen heute als "Abfall" achtlos weggeworfen werden

Um hieraus einen Klingenstahl herzustellen, werden nun die Bruchstücke eines solchen Eisenklumpens nach Kohlenstoffgehalt (der erfahrene Schmied erkennt dies anhand der Bruchflächen) sortiert und anschließend mit Hilfe des Holzkohlefeuers des Schmiedes und seinen sorgfältigen Hammerschlägen miteinander verschweißt.

Um den Stahl dann zu einem homogenem, einschlußfreiem Material zu verarbeiten muß, ähnlich dem "Damaszenerstahl", gefaltet, geschweißt und wieder gefaltet werden.
Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis aus den rohen Klumpen ein homogener Stahlklotz geworden ist.
Aus diesem können dann, je nach erreichten Eigenschaften und Kohlenstoffgehalt, Stäbe zum Damaszieren oder auch für Schneidleisten hergestellt werden.

Besonders die frühmittelalterlichen Schwerter künden von der hohen Kunst des Raffinierens und erstaunen das Auge des Fachmannes gleichzeitig durch wunderschöne Damaszierungen im Kernbereich ihrer Klingen.

Bei der oben beschriebenen Spatha aus Fridingen konnte im damaszierten Bereich als einer der zwei verwendeten Stahlsorten ein Raffinierstahl ähnlich dem Material der Schneiden nachgewiesen werden.
Dies lässt den Schluß zu, das hier wertvoller, da arbeitsintensiver "Schneidenstahl" mit einem einfacher herzustellendem, weniger wertvollem Material "gestreckt" worden ist. Als sehr angenehmer Nebeneffekt tritt hier natürlich auch das vom Schmied künstlerisch sehr schön gestaltete Damastmuster zutage.

Solche Schwerter stehen den sehr viel bekannteren, aber aus Japan stammenden "Katanas" in nichts nach, was erst vor Kurzem auch von japanischen Spezialisten (darunter Yoshindo Yoshihara, bekannt aus dem Buch "Japanische Schwertschmiedekunst" sowie T. Sasaki, Schwertfegermeister im Status eines "lebenden Kulturdenkmals") bestätigt wurde. Es ist daher mehr als wahrscheinlich, das diese ebenso ehrerbietig behandelt und gehandhabt wurden.

Heute ist der Raffinierstahl, genau wie der Damaszenerstahl vor rund 10 Jahren, einer der begehrtesten und besten Klingenstähle überhaupt.
Die Herstellung dieses höchstwertigen Materials beherrschen bisher höchstens ein Dutzend Menschen auf der Welt, die diese verlorengeglaubten Techniken heute wieder erproben, rekonstruieren und zu verfeinern versuchen.


Nachbearbeitung der Klingen


Bekannt geworden sind die "wurmbunten" Wirbelmuster früher, damaszierter Klingen vor allem durch die Arbeiten moderner Schmiedekünstler und Messermacher.
Diese heben die dem Stahl eingeschmiedeten Strukturen durch eine Ätzung mit konzentrierten Säuregemischen (meist Salpeter- und Schwefelsäure) optisch, teilweise sogar fühlbar reliefartig, hervor.

Diese Behandlung ist für das Material jedoch sehr schädlich. Die Säuren können tief in das Metall eindringen und dort, auch nach sorgfältiger Neutralisation, noch lange ihre zerstörerische Wirkung entfalten. Die ebenfalls recht ansprechende und gestaltungsfähige Struktur des Raffinierstahles dagegen lässt sich so nur schwach hervorheben.

Bei den zumeist ohnehin gegenüber den Vorbildern zu dicken und zu schweren Klingenrepliken kann sich dies jedoch kaum nachteilig zeigen.
Völlig anders dagegen bei einer dem Original entsprechenden, feinen und scharfen Schneide, wie sie bei den frühmittelalterlichen Grabfunden vorliegt. Hier ist es durchaus denkbar, daß allein die Behandlung mit Säure den Stahl derart verspröden lässt, daß ein Bruch zu befürchten steht.

Es liegt daher nahe, eine andersartige Nachbehandlung zur Hervorhebung der Stahlstruktur bei alten Klingen zu vermuten.

Allen voran sei hier die Politur genannt:

Wie wir es bereits von den japanischen Klingen her kennen, ist es möglich, allein durch eine sehr sorgfältige Politur der Klinge, metallografische Einblicke in die kristalline Struktur des Materials mit bloßem Auge zu ermöglichen (wie z.B. beim bekannten "Hamon", der "Härtelinie" bei jap. Schwertern).
Für unsere europäischen Schwerttypen konnte nun, im Rahmen der Doktorarbeit von Herrn Stefan Mäder, ebenfalls die Existenz solcher Härteverfahren an europ. Klingen eindeutig nachgewiesen werden. Zu beachten gilt es dabei auch, daß auch die Existenz des "Schwerdtfegerhandwerkes" in unseren Breiten ohne Weiteres nachgewiesen werden kann.

Dies belegt die folgende, häufig zitierte Textquelle (hier aus der genannten Arbeit von Hr. Dr. Mäder) des Ostgotenkönigs Theoderich wohl an einen Warnenkönig als Dank für die von selbigem als Geschenk dargebrachten Schwerter gegen Ende des 5. Jahrhunderts:

"Zusammen mit schwarzen Stämmen (der Mooreiche) und heimischen blonden Knaben hat Eure Brüderlichkeit Schwerter für uns ausgewählt, die sogar imstande sind Rüstungen zu durchschneiden, und die ich mehr noch ihres Eisens als wegen des Goldes auf ihnen preise.
So glänzend ist ihre polierte Klarheit, daß sie mit genauer Deutlichkeit die Gesichter derjenigen wiederspiegeln, die auf sie schauen.
So gleichmäßig verlaufen ihre Schneiden zur Spitze, daß man annehmen möchte, sie seien nicht mit Feilen hergestellt, sondern im Schmelzofen geformt.
Ihre Mitte, mit schönen Vertiefungen ausgehöhlt, erscheint wie mit Würmlein gekräuselt, und hier spielen so mannigfache Schatten, daß man glauben möchte, das glänzende Metall sei mit vielen Farben verwoben.
dieses Metall ist auf Eurem Schleifstein geschliffen und mit Eurem glänzendsten (evtl. "berühmtesten") Pulver so beharrlich poliert, bis sein stählerner Glanz ein Spiegel der Männer wird; dieses Pulver wird Euch unter den natürlichen Schätzen Eures Landes gewährt, sodaß sein Besitz Euch einzigartigen Ruhm bringen möge.
Solche Schwerter möchte man in ihrer Schönheit für das Werk Vulkans halten, von dem gesagt wird, daß er mit solcher Geschicklichkeit sein Handwerk veredelt habe, daß alles, was von seinen Händen gestaltet wurde, nicht mit menschlicher, sondern mit göttlicher Kraft gefertigt zu sein schien(...)"


Eine allein durch Politur hervorgehobene Damaszierung ist, im Vergleich zu den heute üblichen Ätzmethoden, ein ästhetisch und künstlerisch weitaus anspruchsvolleres Qualitätsmerkmal einer Klinge, ohne dabei die erwähnten Nachteile einer Ätzung mit sich zu bringen.

Dies zeigen uns äußerst eindrucksvoll die japanischen Schwertfegermeister durch Ihre Arbeit. Auf zahlreichen Bildquellen (z.B. im bekannten "Utrechter Psalter") ist zu sehen, wie auch hiesige Handwerker, ganz ähnlich den asiatischen, die Klingen unserer Schwerter sorgfältig schleifen und polieren. Theoderich lobt in seinem oben genannten Brief auch den hellen Glanz und die "Farbe" ("Wurmbunt") der Ihm als Geschenk überreichten Klingen. Beides läßt sich nur durch ausgereifte Poliertechniken des Schwertfegers erreichen.

Das diese Techniken auch bei uns im europäischen Raum verbreitet und höchst künstlerisch ausgeführt wurden, belegt außerdem die Erwähnung des "Pulvers", von dem Theoderich derart schwärmt und welches er als einen natürlichen Schatz ausweist. Noch heute sind gute Poliersteine rar und erreichen oft ganz außerordentlich hohe Preise von bis zu mehreren tausend Euro. Des Königs Lob und Neid sind also verständlich.

Erwähnenswert scheint mir an dieser Stelle auch, daß die Güte der Politur in einen direkten Zusammenhang mit der Schärfe der Klinge und damit deren "Gebrauchstauglichkeit" gebracht werden kann, wird durch eine saubere Politur doch die Reibung an den Schneidenflächen erheblich verringert.
Noch heute werden nach Auskunft des Deizisauer Küchenmesserherstellers "Dick" Profiküchenmesser nicht grob quer zur Längsachse geschliffen ("Geblistert"), wie es jede Hausfrau kennt, sondern längs poliert. Denn Profiköche und Metzger wissen noch um die Vorteile...

Bei unseren alten Schmiedekünstlern treten beim Polieren die Damaszierung, die Struktur des Raffinierstahles und die Härtungsmethode gleichsam als "Visitenkarte" des jeweiligen Schmiedes hervor, so daß sich weitere, metallographische Untersuchungen sicherlich als lohnenswert gerade im Hinblick auf die Typologisierung alter Klingen erweisen werden.

Ältere Typologisierungsversuche allein nach Art der Gefäßteile (Griffteile) und der Klingenformen könnten somit Überarbeitet und höchst anschaulich ergänzt werden. Auf lange Sicht sind evtl. sogar Unterscheidungen zwischen unterschiedlichen Schmiedekünstlern oder Herkunftsorten möglich.
Die Beurteilung der Materialstruktur kann bis zu einem gewissen Grad auch zerstörungsfrei z. B. durch Röntgen oder Computertomographie (CT) erfolgen. Endgültigen Aufschluß liefert vorläufig aber nur das Anschleifen und Polieren von Hand nach der japanischen Methode.


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